Bastarda

In den letzten Wochen habe ich mich mit der Bastarda, bzw. den vielzähligen Bastarda-Varianten beschäftigt. Eigentlich hat mir diese Schrift nie so richtig gefallen, mir waren die klobigen langen s und f zu übertrieben. Aber dann habe ich eine Abbildung gefunden, mit der ich mich anfreunden konnte – diese Schrift wollte ich nun doch kennen lernen und schreiben können.
Die Abbildung war aus den Chroniques sire Jehan Froissart, geschrieben ca. 1401-1500. Dieses Manuskript ist auch online verfügbar, hier ein Screenshot von der Seite, mit einem stark vergrößerten Detail der ersten Spalte.

Abbildung: Chroniques sire Jehan Ffoissart, S.369v, siehe www.gallica.bnf.fr

Ich habe natürlich auch andere Bastarda-Varianten ausprobiert, aber für mich kam keine an diese Chroniques-Vorlagen heran. Ich habe die Seite 369v letztendlich zweimal komplett abgeschrieben, einmal mit Nußbaum- und das zweite mal mit Eisen-Gallus-Tinte.
Die Gänse- und Schwanenfedern, mit denen ich gearbeitet habe, habe ich im Juni in Offenbach am Meer gefunden. Die erste Hälfte ist über Kohlen gehärtet, die andere Hälfte mit meinem Bügeleisen. Das Ergebnis war tatsächlich recht ähnlich: ungefähr jede zweite Feder lies sich spalten bzw. schneiden und war zum Schreiben geeignet.

Wie ihr vielleicht bemerkt ist das Initial noch nicht eingefügt. Ich schreibe Manuskripte gerne nach, aber mit den Initialen habe ich immer so meine Probleme. Falls jemand Lust hat die Initialen* zuzufügen, und/oder in Zukunft diesbezüglich mit mir kollaborieren möchte, schreibt mir gerne eine Email: manufraktur@petrarueth.de


* Die Initialen können auch ganz anders oder sehr modern illustriert sein, es muss nicht mit dem historischen Stil der Vorlagen übereinstimmen. Tatsächlich könnte es sogar sehr spannend sein, wenn es eine kontrastierende, kontemporäre Umsetzung wäre.

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